Frühmorgens, lange bevor der erste Gast an der Talstation einsteigt, sind wir Pistenretter bereits in unserer Homebase in der Bergstation. Nach unserer Teambesprechung checken wir unsere wichtigsten Arbeitswerkzeuge: das Funkgerät, der Erste-Hilfe-Rucksack und der Akja. Unser Job ist es, die gut 64 Pistenkilometer sicher zu machen. Deshalb ist das am Morgen unsere erste Aufgabe. Dabei kontrollieren wir bestehende Pistenmarkierungen. Was viele nicht wissen: Eine wichtige Aufgabe als Pistenretter ist es auch, die Schneeverhältnisse der Hänge und Kuppen rund um das Skigebiet zu beobachten. Zusammen mit unseren Sprengmeister Christian Beck entscheiden wir, ob und wann wir aus Sicherheitsgründen mit Sprengungen kontrollierte Lawinen auslösen. Regelmäßige Schulungen sind das A und O.

Schnell und bestens ausgerüstet
Oft fragen uns Gäste, welche Eigenschaften es braucht, um ein Pistenretter zu werden bzw. zu sein. Um unseren Job machen zu können, muss man sehr gut Skifahren können. Warum? Bestens ausgerüstet sind wir schnell und in kürzester Zeit beim Einsatzort. Und selbst mit einem verletzten 100-Kilo schweren Mann im Akja musst du diesen sicher über steile Pisten nach unten ins Tal bringen können. Dabei schiebt ja der Akja von hinten und es ist eine Herausforderung mit diesen Kräften das Rettungsgerät zu manövrieren und Ski zu fahren. Ohne sehr gute körperliche Fitness geht hier gar nichts.

Wie die Westentasche
Weiters muss ein Pistenretter das Skigebiet in- und auswendig kennen – jede Kuppe, jedes Bäumchen, jede Liftstütze: Oftmals bekommen wir von der Rettungsleitstelle oder dem verletzten Gast nur eine sehr ungenaue Beschreibung, wo er sich befindet. Zum Beispiel: „Ich bin da bei dem kleinen Wäldchen ungefähr 50 Meter von der Liftstütze in der Mitte der roten Piste.“ Da muss man dann genau nachfragen können, um zu wissen, wo wir ihn vorfinden. Neben der Erstversorgung geht es aber auch darum, dem Verletzten beizustehen und gegebenenfalls zu beruhigen. Gut mit Menschen umgehen zu können, ist die dritte wichtige Eigenschaft.

 

Pistenretter Klaus Koschier und Herbert Galehr

Klaus Koschier und Herbert Galehr, Team Niggenkopf

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