Die Gondeln hängen an einem Seil, das sich im Kreis bewegt und endlos erscheint – aber ein Seil hat doch zwei Enden, oder nicht? Dieses Phänomen erklärt uns Seilbahntechniker Gunni Seidel.

 

Ich bin der Gunni und ich bin Seilbahntechniker bei den Bergbahnen Brandnertal. Heute erkläre ich euch, anhand dem Seil unserer Palüdbahn, wie ein Spleiß funktioniert. Grundlegend handelt es sich bei einem Seilspleiß um das feste Verbinden von Seilsträngen – auch Litzen genannt. Es wird beim Spleißen also eine Verbindung zwischen zwei Seilenden hergestellt. Dabei ist die Schlaglänge beim Zusammenstecken sehr wichtig. Außerdem müssen wir darauf Acht geben, die Seile gleichmäßig auf die Einstiegenden zu verteilen. Wir lösen die beiden Seilenden je auf der halben Seite auf und weben sie dann ineinander. Das klingt einfach – ist aber ein sehr heikler Vorgang. Das Seil besteht insgesamt aus sechs Litzen. Wird auch nur eine Litze beschädigt, müssen wir das gesamte Seil austauschen. Damit das nicht passiert und sich die Litzen nicht gegenseitig berühren, müssen wir die Einsteckenden umwickeln. Nachdem wir die zwei Seilenden miteinander verbunden haben, können wir das Seil in die Seilscheibe der Talstation einlegen und mithilfe von einem Hydrauliksystem spannen.

 

5 Seilbahntechniker arbeiten an dem Spleiß

Doch warum müssen wir das überhaupt machen? Drahtseile erhalten durch Spleißverbindungen eine gute Kraftübertragung – das trägt enorm zur Sicherheit bei. Die 400 kg schweren Gondeln im Brandnertal können auf dem 1600 Meter langen und über zehn Tonnen schweren Seil zahlreiche Stunden bewegt werden. Bei der Wartung der Seile machen wir immer auch eine Bremsprobe. Dabei belasten wir die Gondeln bergwärts mit maximal 640 Kilo. Insgesamt sind wir immer ein Team von fünf Seilbahntechnikern, die daran arbeiten. Wenn man bedenkt, wie schwer die Seile sind, könnt ihr euch vielleicht vorstellen, dass Seilspleißen eine ziemliche Herkulesaufgabe ist. Vom Abspannen der Seile bis zur Fertigstellung sind wir einige Tage mit dem Seilspleißen beschäftigt. Weil wir uns aber immer richtig ins Zeug legen und die Seile ordnungsgemäß warten, ist ihre Lebensdauer quasi unbegrenzt und eine Sanierung – je nach Betriebsstunden – nur alle acht Jahre fällig.

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